Sonntag, 14 Januar 2007
Daddy, where's the Sun gone from the Sky?
Letztens saß ich also in meinem Zimmer, ich erinnere mich nicht an Tages- oder Nachtzeit, aber ich dachte leicht abwesend darüber nach, dass irgendwann wieder Sommer ist, dass wir vor dem Verlassen des Hauses nicht tausend Kleidungsstücke zusammenfinden müssen, dass wir auf Wiesen liegen werden, dass es keine Rettung vor Mücken geben wird... und habe mich so sehr darauf gefreut, dass mein Herz anfing zu flattern. Buchstäblich.
Und während eines Nachtspaziergangs fiel mir dann auf, dass wir auch mit all der nackten Haut da draußen auf den Baumstümpfen genauso sicher sein werden, wie mit unseren dicken und nach Möglichkeit flauschigen Winterjacken (Flauschige Winterjacken. Das klingt niedlich. Vielleicht wachsen ihnen kleine Beinchen und sie stehen fröhlich lächelnd & schwarz & dunkelblau & voller Tomatensoßenflecken jeden Abend im Schrank neben ihren hauchdünnen Freunden und knabbern leise an ihnen. Selbstverständlich nur, wenn alles leise und dunkel ist und niemand es sehen kann. Währenddessen lächeln sie weiterhin friedlich aber immer ein wenig süßlich-hinterhältig und der Sabber läuft ihnen im Munde zusammen. – Ich tigere kurz zu meinem Schrank um mein eigenes kleines Schranktierchen zu streicheln. Es macht ein flauschiges Geräusch und entzückt laufe ich zurück. - ). Jedenfalls... habe ich in den Himmel geschaut um mich zu vergewissern, ob da noch genug Luft für mich ist und entgegen dieser scheinbaren Grenzenlosigkeit... war da eben etwas endliches. Übersichtlich. Gemütlich eigentlich. Dass da etwas ist, was dafür sorgt, dass wir nicht von der Erde ins Weltall fallen. Ja, in dem Moment hat mir das Sicherheit gegeben. Und ich finde, niemand in der Welt sollte sich verloren fühlen, genau deswegen, weil wir alle irgendwohin gehören und irgendwo unseren Platz haben.
Irgendwo. Das macht es dann doch nicht mehr so vorbestimmt. Das heißt, wir müssen uns entscheiden wo das ist. Wie wir dort hin kommen müssen wir auch entscheiden. Und das ist erschreckend. Denn genau das ist für mich Verlorenheit. Sich nicht entscheiden können, wohin man gehört. Es zuerst mit Vielfältigkeit zu verwechseln. Inmitten von Bahntickets zu sitzen und nicht zu wissen warum eigentlich. Ob es gut ist, dass es so viele sind und warum ich eigentlich kein Wochenende alleine verbringe.
Vor rund einem halben Jahr habe ich um zwei nach zwölf Uhr nachts nach Ruhe gebeten und ich habe wirklich, wirklich geahnt, dass das mehr heißt, als mit bewusst war.
Ich ordne meine Stifte in meinem Mäppchen, meine Bücher nach dem Alphabet und Größe und meine Kleidung nach Farbe, weil es das Einzige ist, worüber ich Kontrolle habe. Denn sein Inneres kann man nicht kontrollieren. Man muss versuchen es im Zaum zu halten, zu lenken, aber es bewusst an einem Punkt zu bringen... nein, ich glaube nicht daran, dass das jemand kann. Und damit müssen wir uns abfinden, damit wir unsere Energie nur dorthin lenken, wo sie verwendet werden kann und nicht in Sackgassen. Oder schwarze Räume mit schwarzen Katzen.
Nein, ich wollte nicht, dass das wieder so negativ wird. Aber es liegt mir wohl. Dabei bin ich ja stolzer Optimist.
Jedenfalls... denke ich zurück an den Moment in dem ich mich so sicher gefühlt habe, egal wo ich war. Und strebe die Vielseitigkeit an. Zuerst die eine Seite und wenn ich Glück habe, geht es danach sogar weiter. Nach Osten zum Beispiel.
00:45 Veröffentlicht in Demonology & Heartache | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

































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